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Throwback Thursday – #5: Die Königsklasse zu Gast am Voithplatz

“Einmal mit der Mannschaft in den Flieger einsteigen”, das war das ambitionierte Ziel von Präsident Wilfried Schmaus bei seinem Amtsantritt im Jahr 2008. Der Vizemeistertitel in der Saison 2012/13 ermöglichte den St. Pöltnerinnen die erstmalige Teilnahme an der UEFA Women´s Champions League. Und gleich bei der Premiere brachte man die Favoritinnen aus Italien an den Rand einer Niederlage!

Vorgeschichte: Schon beim Amtsantritt als Leiter der Frauenabteilung des ASV Spratzern träumte Wilfried Schmaus im Jahr 2008 davon, mit seinem Team einmal in den Flieger zu steigen – was übersetzt soviel bedeutet wie: Einmal international zu spielen. Damals ein mutiges Vorhaben für eine Mannschaft in der dritthöchsten Leistungsstufe Österreichs. Mit viel Geschick und genügend Weitblick wurde jedoch Jahr für Jahr ein Kader zusammengestellt, der für sämtliche anstehenden Aufgaben bestens gerüstet war – sei es in der Landesliga, 2. Liga oder Österreichs höchsten Frauen-Spielklasse. Innerhalb von nur drei Jahren gelang der Aufstieg in die Bundesliga. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Seitdem Präsident Wilfried Schmaus in St. Pölten die Fäden zieht, waren jeweils drei Vizemeistertitel in der Frauen Bundesliga das „schlechteste Abschneiden“ unserer Wölfinnen! Eben jener aus der Saison 2012/13 reichte den St. Pöltnerinnen zur erstmaligen Teilnahme der UEFA Women´s Champions Leauge im Herbst 2013.

Saisonverlauf: Gleich zu Beginn der Spielzeit 2013/14 wurden die St. Pöltnerinnen einigen Änderungen unterzogen. Dank einer Kooperation mit den Herren des SKN St. Pölten trat man ab dem Sommer 2013 unter der Bezeichnung „FSK Simacek St. Pölten-Spratzern“ an und zog für die Champions League sowie ausgewählte Topspiele auf den Voithplatz um. Gleich die Bundesliga-Premiere der Wölfinnen am Voithplatz endete mit einem 3:0-Sieg gegen Wacker Innsbruck triumphal. Auch im zweiten Heimspiel gegen Landhaus blieb man ohne Niederlage. Kadertechnisch verstärkten sich die Wölfinnen im Sommer 2013 mit Nicole Billa, die in der niederösterreichischen Landeshauptstadt so richtig aufblühen sollte. Zudem wurde mit Jasmin Eder eine Spielerin geholt, die Erfahrung in der deutschen Bundesliga aufweisen kann. Aber auch sonst konnte der Kader zahlreich Qualität aufweisen. Die Champions-League-Auslosung bescherte den St. Pöltnerinnen Torres Calcio aus Italien. Die italienischen Nachbarinnen hatten vor dem Duell gegen den FSK erst zwei Ligaspiele in den Knochen, gewannen beide ungefährdet, kamen daher mit viel Selbstvertrauen zum Hinspiel nach Österreich.

Das Spiel: Die Premiere in der Frauen-Königsklasse gegen den italienischen Vertreter Torres Calcio ging am 9. Oktober 2013 am St. Pöltner Voithplatz über die Bühne. Geleitet wurde die Partie von der israelischen Unparteiischen Lilach Asulin. Nach Landhaus, dem Innsbrucker AC sowie dem SV Neulengbach, war St. Pölten erst der vierte österreichische Vertreter in der UEFA Women´s Champions League (inklusive Vorgängerbewerb UEFA Women’s Cup). Vor allem gegen rot-weiß-rote Klubs waren die Italienerinnen aus Sardinien zum Zeitpunkt des Hinspiels noch ohne Niederlage. St. Pölten-Trainerin Brigitte Entacher fand vor dem Duell gegen Torres die richtigen Worte, machte ihr Team so richtig heiß auf die Partie, was sich auf dem Rasen wiederspiegelte. Die erste gute Möglichkeit der Partie gehörte den Gastgeberinnen, danach jedoch wurden die Italienerinnen stärker und ließen einige gute Möglichkeiten ungenutzt. Nach einer torlosen ersten Hälfte köpft Nicole Billa, nach Maßflanke von Lisa Makas, zur Führung ein. Der Jubel in St. Pölten währte allerdings nur kurz, Silvia Fuselli glich wenige Minuten später aus. Ältere Semester erinnern sich sicherlich noch an den 20. Oktober 1982, als Felix Gasselich die gesamte Hintermannschaft des FC Barcelona schwindlig gaberlte, ähnlich artistisch bereitete Lisa Makas an diesem 9. Oktober 2013 am Voithplatz auch das 2:1 durch Nicole Billa vor – die Sensation lag in der Luft. Das 2:2 von Sabrina Marchese in der Nachspielzeit traf die St. Pöltnerinnen anschließend mitten ins Herz, dennoch zeigte man sich mit der gezeigten Leistung zufrieden.

 

Mi, 09.10.2013 – Spielbeginn 19 Uhr
Hinspiel Sechzehntelfinale UEFA Women´s Champions League 2013/14 (Spielort: Voithplatz, St. Pölten)
FSK Simacek St. Pölten-Spratzern – Torres Calcio 2:2 (0:0)

Aufstellung FSK St. Pölten-Spratzern: Bianca Reischer, Nina Klima (62. Mona-Sophie Kohn), Gina Babicky, Jasmin Fischelmaier, Nadine Prohaska, Lisa-Marie Makas, Nicole Billa, Carina Mahr (83. Jasmin Eder), Julia Tabotta, Monika Matysová, Anna Petrusova

Tore: Nicole Billa (52., 70.); Silvia Fuselli (56.), Sabrina Marchese (90.)

 

Berichte zum Spiel


Bilder vom Spiel: Flickr-Account Tom Seiss

 

 

Der weitere Verlauf: Im Rückspiel war bereits zur Halbzeit alles entschieden, Torres führte nach 45 Minuten mit 2:0 und hatte die Begegnung im Griff. Lisa Makas gelang in den Schlussminuten der Ehrentreffer. Schlussendlich unterlag man in Sardinien den Italienerinnen mit 1:3 und schied mit einem Gesamtscore von 3:5 aus. In der nächsten Runde schaltete Torres mit Rossiyanka einen russischen Vertreter aus und ging im Viertelfinale gegen Turbine Potsdam mit einem Gesamtscore von 1:12 unter. Für Neulengbach, Österreichs zweiten Klub in der Champions-League-Saison 2013/14, war ebenso im Viertelfinale Endstation. Gegen Tyresö verlor man zwar in Schweden mit 1:8, schaffte mit einem torlosen Remis im Wienerwaldstadion jedoch ein achtbares Ergebnis zum Abschied. Die Wölfinnen aus St. Pölten waren im Meisterschaftsrennen lange Zeit Neulengbach auf den Fersen, mit einem 4:1-Sieg am Voithplatz holte sich der Klub aus dem Wienerwald am 1. Juni 2014 jedoch zum bislang letzten Mal die Meisterkrone. Die Spiele in der UEFA Women´s Champions League waren auch eine der letzten Begegnungen von Trainerin Brigitte Entacher auf der St. Pölten-Bank. In der Winterpause übernahm Hannes Spilka das Zepter und führte die Wölfinnen wenige Monate später zum zweiten Pokalsieg in Serie. Die Champions-League-Saison 2014/15 ging dann zum bislang letzten Mal ohne St. Pölten-Beteiligung über die Bühne, erst im folgenden Jahr waren die Wölfinnen als amtierende Meisterinnen wieder mit von der Partie und sind bis heute Österreichs konstantester Vertreter in der europäischen Frauen-Königsklasse.