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Throwback Thursday – #3: Der Beginn einer ganz besonderen Rivalität

Im September 2016 nahm die Rivalität mit den USC Landhaus so richtig Fahrt auf. Seitdem brachten die Floridsdorferinnen den SKN immer wieder an den Rand einer Niederlage. Auf dem Platz sind Duelle zwischen beiden Klubs oftmals beinhart, nach Schlusspfiff ist es jedoch eine Rivalität, geprägt von gegenseitigem Respekt – ganz ohne Missgunst oder Boshaftigkeit.

Vorgeschichte: Lange Jahre war Neulengbach das Maß aller Dinge in der österreichischen Frauen Bundesliga – 24 Titel (inklusive Supercup) in elf Jahren sprechen eine deutliche Sprache zugunsten des Klubs aus dem Wienerwald. Mitte der 2010er-Jahre sollte sich das Gesicht des österreichischen Frauenfußballs jedoch nachhaltig verändern. Im Sommer 2015 ging die Wiener Austria eine Kooperation mit Bundesligaverein USC Landhaus ein, in der Saison 2016/17 zog der SK Sturm nach und stellt seitdem ein Frauenteam in der höchsten Spielklasse. Auch der SKN St. Pölten intensivierte im Sommer 2016 sein bereits seit einigen Jahren bestehendes Engagement im Frauenfußball und holte die Frauen unter dem Banner des Wolfes. Um bei der dritten Teilnahme an der UEFA Women´s Champions League konkurrenzfähig zu sein, rüsteten die St. Pöltnerinnen nach und holten unter anderem mit Rafinha eine Hoffnungsträgerin aus Brasilien ins Boot.

Saisonverlauf: Schon in Runde 3 der Spielzeit 2016/17 trafen die Titelverteidigerinnen aus St. Pölten in Wien auf Landhaus. Die Wölfinnen gewannen die ersten beiden Meisterschaftsspiele unter Spielertrainerin Fanni Vágó sicher und hielten sich auch in der ersten Pokalrunde gegen Eggendorf schadlos. Wenige Tage vor dem Duell gegen Landhaus wurde den Wölfinnen der dänische Klub Bröndy als Erstrundengegner in der UEFA Women´s Champions League zugelost. Die Wienerinnen starteten mit einem 3:1-Erfolg gegen Altenmarkt in die Bundesliga-Saison 16/17, mussten eine Woche später in Graz jedoch die erste Niederlage der Saison einstecken. Umso mehr wollten Coach Attila Sekerlioglu, der im Sommer neu zu den Wienerinnen stieß, und sein Team Meister St. Pölten im direkten Aufeinandertreffen ein Bein stellen. Ein Punktgewinn gegen die Wölfinnen wäre für Landhaus eine Premiere, in allen bisherigen Begegnungen gegen die St. Pöltnerinnen konnte man keinen einzigen Zähler ergattern.

Das Spiel: Das Meisterschaftsspiel gegen USC Landhaus ging am 11. September 2016 in Wien-Floridsdorf, der Heimstätte des USC Landhaus, über die Bühne. Geleitet wurde die Partie von der oberösterreichischen Schiedsrichterin Barbara Wenigwieser. Auch die Sonne wollte sich diese Partie nicht entgehen lassen und schenkte den Anwesenden spätsommerliches, heißes Fußballwetter. Hitzig ging es auch am Platz zu: In den Anfangsminuten klärte El Dahaibiova einen Fernschuss von Mateja Zver, auf der Gegenseite hatten die Wölfinnen bei einem Stangenschuss Glück, nicht bereits früh in Rückstand zu geraten. Nachdem Torfrau Isabella Kresche eine Gegenspielerin zu Fall brachte, gab es heftige Proteste des Landhaus-Betreuerstabs in Richtung Unparteiische, die Coach Sekerlioglu in der Folge auf die Tribüne verbannte. Janine Schneider, später auch im Dress des SKN aktiv, sorgte nach der Pause für die vielumjubelte Führung der Gastgeberinnen, die auch danach noch mehrere gute Chancen vorfanden. In der Schlussphase trat Spielertrainerin Fanni Vágó einen Freistoß flach in den Strafraum, dort landete der Ball bei Gina Babicky, die das Spielgerät im Gestocher zum 1:1 an der slowakischen Landhaus-Keeperin vorbeischob. Eine Schlussoffensive der Wölfinnen brachte nichts mehr ein, so trennten sich beide Teams Remis. Für die Wienerinnen war es nicht nur der erste Punktgewinn gegen St. Pölten, es war auch ein Unentschieden, das sich anfühlte wie ein Sieg.

So, 11.9.2016 – Spielbeginn 14 Uhr
3. Runde ÖFB Frauen Bundesliga 2016/17 (Spielort: Jochbergengasse, Wien)
USC Landhaus – SKN St.Pölten Frauen 1:1 (0:0)

Aufstellungen:
USC Landhaus:
Lucia El Dahaibiova – Jasmin Fiebiger (85. Anna Kuba), Charlotte Raimerth, Pia Stefanek, Linda Winkler, Cornelia Schneeweiss – Duygu Karkac, Martina Mädl , BEd, Cornelia Sochor, Lena Kovar (61. Ivana Balazikova) – Janine Schneider (89. Asya Sari)

SKN St. Pölten Frauen: Isabella Kresche – Gina Babicky, Jennifer Pöltl, Alexandra Biroova, Julia Tabotta (51. Evelin Kurz) – Nadine Prohaska, Mateja Zver, Jasmin Eder (63. Laura Krumböck), Barbara Dunst – Fanni Vago, Rafaela De Miranda Travalao

Tore: Janine Schneider (47.); Gina Babicky (80.)

 

Kurzbericht ORF Wien heute mit Bildern des Spiels:

 

Der weitere Verlauf: Seitens des SKN schoss man sich in der nächsten Runde mit einem 9:1 gegen Wacker Innsbruck den Frust von der Seele und holte am Saisonende wieder das Double. In der Frauen-Königsklasse lief es nicht nach Wunsch. Zwar holte man beim Rückspiel in Bröndby die 0:2-Heimniederlage auf, ein spätes Gegentor besiegelte jedoch das erneute Aus im Sechzehntelfinale. USC Landhaus nahm aus dem Remis kurzfristig Schwung mit, belegte am Ende jedoch nur Platz 4 und auch die Amtszeit von Attila Sekerlioglu bei den Wienerinnen war bereits vor Ablauf der Herbstsaison wieder beendet. Das Wiedersehen mit St. Pölten folgte für Landhaus wenige Wochen später im Pokal, bei dem die Floridsdorferinnen jedoch mit 0:8 unter die Räder kamen. Dennoch entwickelte sich aus dem Duell gegen Landhaus eine ganz besondere Rivalität. Neben Sturm Graz waren es immer wieder die Wienerinnen, die St. Pölten ärgern konnten und an den Rand einer Niederlage brachten. Die Wölfinnen wankten zwar mehrmals, fielen jedoch (noch) nicht. Die ganz besondere Beziehung beider Klubs spiegelte sich im Pokalfinale 2019 wieder, bei dem Landhaus die Partie lange offen hielt. Erst ein spätes Tor von Bernadett Zágor sorgte für den siebenten Cup-Titel des SKN in Folge. Nach Schlusspfiff war die Enttäuschung auf Seiten der SG Austria Wien/USC Landhaus zwar groß, die Stimmung auf beiden Seiten jedoch freundschaftlich. Keine Spur von Missgunst oder Boshaftigkeit – so wie Frauenfußball sein soll! Ein ganz besonderer Krimi war auch das bislang letzte Aufeinandertreffen beider Klubs im November 2019, das abermals von großen Emotionen geprägt war. Schlussendlich setzten sich im beinharten Pokalfight neuerlich die St. Pöltnerinnen durch. Dennoch: Landhaus war in den letzten Jahren immer wieder knapp dran, den SKN zu Fall zu bringen. Mit Ex-SKN-Trainer Hannes Spilka rückten die Wienerinnen nochmals näher an die amtierenden Doublesiegerinnen heran und werden wohl auf in Zukunft einer der härtesten Konkurrenten im Titelkampf sein.

 

Bildergalerie USC Landhaus – SKN St. Pölten Frauen (11.9.2016)

Alle Bilder: Tom Seiss