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Throwback Thursday – #1 Pokalfinale 2013 – Ein Drama in drei Akten

Dieser 8. Juni 2013 war wahrlich kein Tag fĂŒr schwache Nerven. An diesem Samstagabend sah nach einer Stunde, beim Stand von 3:0, alles nach dem ersten Titel unseres VorgĂ€ngerklubs ASV Spratzern aus. Neulengbachs Nina Burger und Alexandra BĂ­rĂłovĂĄ stellten innerhalb weniger Minuten den Ausgleich her, so ging ein ohnehin schon spannendes Endspiel in die VerlĂ€ngerung, wo nach mehr als 120 Minuten Hochspannung der Titel im Elfmeterschießen erstmals nach St. Pölten ging. Wir blicken zurĂŒck!

Vorgeschichte: Der heutige PrĂ€sident der spusu SKN Frauen, Wilfried Schmaus, ĂŒbernahm im Jahr 2008 das Ruder der Frauenabteilung des ASV Spratzern und schaffte professionelle Strukturen, die das Team aus dem sĂŒdlichen Stadtteil von St. Pölten innerhalb von nur fĂŒnf Jahren in die Frauen-Bundesliga fĂŒhrten. Bei aller VerĂ€nderung wurde jedoch immer darauf geachtet, junge Talente aus Niederösterreich sowie dem Raum St. Pölten in die Mannschaft zu integrieren. Gleich im ersten Jahr in der höchsten Spielklasse (Saison 2011/12) blieb man im Herbstdurchgang ungeschlagen und beendete die Hinrunde punktgleich mit den Liga-Dominatorinnen aus Neulengbach. Mit zwei Niederlagen innerhalb von 14 Tagen war in der RĂŒckrunde der Titeltraum schnell ausgetrĂ€umt. Dennoch: Die spĂ€teren Wölfinnen legten ein beachtliches DebĂŒt in der höchsten Spielklasse hin!

Saisonverlauf 2012/13: Auch das zweite Bundesliga-Spieljahr war ein voller Erfolg. Bis auf die Niederlage im Herbst gegen Konkurrent Neulengbach gewann man alle weiteren Spiele und beendete die Saison 2012/13 auf Platz zwei – punktgleich mit Meister Neulengbach. Schon damals zeigte Lisa Makas ihre TorjĂ€gerqualitĂ€ten, landete hinter Maria Gstöttner und Nina Burger auf Rang 3 in der TorschĂŒtzinnenliste. Der damalige Kader des ASV wieß einige bekannte Namen auf, so spielten mit Gina Babicky, Julia Tabotta und Carina Mahr drei aktuelle Wölfinnen schon in der Saison 2012/13 beim spĂ€teren SKN. Mit der Slowakin Monika Matysova, der Brasilianerin Darlene sowie den heutigen Deutschland-LegionĂ€rinnen Prohaska und Georgieva musste man sich vor der Elf von Neulengbach nicht verstecken.

Der Weg ins Pokalfinale: Beide Teams hatten auf dem Weg ins Endspiel keine allzu großen HĂŒrden zu ĂŒberwinden. Titelverteidiger Neulengbach qualifizierte sich nach klaren Siegen gegen Wr. Neustadt, SĂŒdburgenland, Altenmarkt und Wacker Innsbruck fĂŒrs Finale. Die St. Pöltnerinnen hielten sich gegen Erlaa, Dionysen, Bergheim und LUV schadlos und standen erstmals in der Vereinsgeschichte im Endspiel des ÖFB Ladies Cup.

Das Spiel: Das Finale des ÖFB Ladies Cup 2013 ging am 8. Juni in Wien-Floridsdorf ĂŒber die BĂŒhne. Dort, wo einst die Karrieren von Peter Pacult oder Marko Arnautovic begannen, kĂ€mpften an diesem Tag die Finalistinnen Neulengbach und Spratzern um den Titel. Und das Endspiel war im wahresten Sinne ein Drama in drei Akten!
Akt 1: Schon zur Pause fĂŒhrten die Außenseiterinnen aus der blau-gelben Landeshauptstadt, durch Treffer von Tabotta sowie der Ex-Neulengbacherin Darlene mit 2:0, die Brasilianerin erhöhte nach Seitenwechsel sogar auf 3:0. In Floridsdorf schien nach einer knappen Stunde bereits alles entschieden zugunsten der Elf von ASV-Coach Brigitte Entacher.
Akt 2: Doch das Team von Trainer Johannes Uhlig steckte nicht auf. In der vorletzten Spielminute sah die damalige Neulengbacherin Alexandra Bíróovå, dass St. Pölten-Torfrau Bianca Reischer zu weit vor ihrem Kasten stand, zog ab und versenkte zum 1:3-Anschlusstreffer. Die Titelverteidigerinnen setzten nach, Nina Burger stellte in der Schlussminute auf 2:3. Die Neulengbacher Schlussoffensive machte sich bezahlt, Alexandra Bíróovå glich in der Nachspielzeit aus und rettete ihr Team in die VerlÀngerung.
Akt 3: Dort gab es anschließend keine weiteren Treffer, wodurch ein Elfmeterschießen ĂŒber den Pokalsieger 2013 entscheiden musste. Nachdem Burger und Celouch bei den Titelverteidigerinnen nicht trafen, trat Matysova zum entscheidenden Strafstoß an. Die Slowakin verwandelte sicher und fixierte den St. Pöltnerinnen den ersten großen Titel der Vereinsgeschichte.

 

Sa, 08.06.2013 – Spielbeginn 17 Uhr
ÖFB Ladies Cup Finale 2013 (Spielort: FAC Platz, Wien)
ASV Simacek Spratzern – NÖSV Neulengbach Pflegeheim Beer 4:3 i.E., 3:3 n.V. (3:3, 2:0)
Spratzern: Bianca Reischer – Gina Babicky, Jennifer Pöltl, Monika Matysova – Jasmin Fischelmaier (86. Nina Klima), Nadine Prohaska, Carina Mahr (70. Isabella Grössinger), Anna Petrusova – Lisa Marie Makas, Darlene De Souza Reguera (84. Annelie Leitner), Julia Tabotta

Neulengbach: Manuela Zinsberger – Romina Bell, Alexandra Biroova, Anna Kuba, Kathrin Entner, Natascha Celouch, Lucia Harsanyova (76. Veronika Klechova) – Mona-Sophie Kohn (76. Sonja Hickelsberger), Dominika Skorvankova – Nina Burger, Maria Gstöttner (46. Claudia Wasser)

Tore: 1:0 Julia Tabotta (31.), 2:0 Darlene De Souza Reguera (42.), 3:0 Darlene De Souza Reguera (53.), 3:1 Alexandra Biroova (88.), 3:2 Nina Burger (90.), 3:3 Alexandra Biroova (90+2.)

 

Das ÖFB Ladies Cup-Endspiel 2013 in voller LĂ€nge:

 

Der weitere Verlauf: Schon zuvor waren Spiele zwischen Spratzern (oder spĂ€ter St. Pölten) und Neulengbach immer spannende Begegnungen mit speziellem Derby-Flair. Dieses Finale jedoch leitete allmĂ€hlich die Trendwende im österreichischen Frauenfußball ein. Zwar gelang Neulengbach auch in der Saison 2013/14 das neuerliche MeisterstĂŒck, es war jedoch der vorerst letzte Titel nach langen Jahren der totalen Dominanz. Die Rolle von Neulengbach nahmen in der Folge die Wölfinnen aus St. Pölten ein. Im Herbst 2013 spielte man als Vizemeister erstmals in der UEFA WomenÂŽs Champions League und kooperierte wenig spĂ€ter mit dem SKN St. Pölten. Nach mehreren Jahren als Kooperationspartner verschmolz man 2016 endgĂŒltig mit dem Sportklub Niederösterreich. Seitdem trĂ€gt unser Team nicht nur den Wolf im Vereinswappen, sondern spielt auch unter dem Namen SKN St. Pölten Frauen.