„Die vollständige Genesung hat oberste Priorität“

90 Sekunden dauerte das Abenteuer Champions League für Claudia Wasser  vergangenen Oktober in der NV Arena, dann warf eine schwere Verletzung sämtliche Saisonplanungen der Mittelfeldspielerin über den Haufen. Seitdem kämpft sie sich tapfer zurück und möchte, wenn alles glatt läuft, noch im Frühjahr ihr Comeback feiern. „Oberste Priorität allerdings hat zuvor die vollständige Genesung des Beins“, so Wasser.  


Claudia Wasser Interview ORF.jpg-SKN St. Pölten Frauen

(Bild: Wolfgang Wallner)

Claudia, Anfang Oktober bist du im Champions-League-Hinspiel gegen Manchester City unglücklich mit einer Teamkollegin zusammengekracht und hast dir Schien- und Wadenbein gebrochen. Drei Monate sind seit dieser Verletzung vergangen, wie geht es dir heute?

Claudia Wasser: Das Schlimmste ist Gott sei Dank vorerst überstanden. Mittlerweile sind so gut wie keine Schmerzen mehr vorhanden, ausgenommen nach längerer Belastung. Somit geht's mir den Umständen entsprechend sehr gut

 

Die Bilder von damals gingen durch sämtliche Medien und prägten sich in das Gedächtnis aller Zuseher und Fans ein, die Welle der Anteilnahme war auch auf deiner Facebook- und Instagram-Seite sehr stark zu spüren. Wie viele Nachrichten haben dich in den Tagen nach dem verhängnisvollen Zusammenstoß erreicht?

Es waren tatsächlich unzählige Nachrichten, weshalb ich auch nicht auf alle antworten konnte. Ich hab mir aber jede Einzelne mehrmals durchgelesen und mich über die extrem große Anteilnahme sehr gefreut. Auch von Manchester City erreichten mich mehrere Nachrichten, sogar Blumen und eine Karte mit Genesungswünschen wurden mir nach Hause geschickt.

 

Letzte Woche hast du erstmals wieder im Kreise der Mannschaft trainiert und bist sehr herzlich empfangen worden. Hast du in der Zeit deiner Abwesenheit den guten Zusammenhalt des Teams gespürt?

Erstmals hab auch ich mich sehr über das Treffen mit der gesamten Mannschaft gefreut, alle wieder gesehen zu haben. Trainieren kann ich jedoch leider noch nicht mit ihnen, momentan steht noch ein ganz separates Training für mich am Programm. Den Zusammenhalt hab ich auf jeden Fall immer gespürt, ganz extrem natürlich, als sie beim darauffolgenden  Meisterschaftsspiel nach meiner Verletzung mit einem riesen Transparent, welches mir gewidmet war, aufgelaufen sind. Ebenso als sie in Manchester beim CL-Rückspiel mit T-Shirts, welche ebenfalls mir gewidmet waren, aufgewärmt haben und eingelaufen sind oder als mir die gesamte Mannschaft nach einem Vormittagstraining einen Besuch im Krankenhaus abgestattet hat.

 

Du hast im neuen Jahr das Training schön langsam wieder aufgenommen, wie hältst du dich aktuell fit? Welche Trainingsmethoden sind mit dem verletzten Fuß schon möglich, auf welche musst du derzeit noch verzichten?

Die Anfangsphase meiner Reha war mit Sicherheit eine sehr schwierige, nachdem ich das Gehen neu lernen musste. Mittlerweile hab ich wieder mit dem Muskelaufbau begonnen und seit letzter Woche darf ich auch schon wieder laufen, was vor allem psychisch für mich einen großen Schritt nach vorne bedeutete. Übungen mit dem Ball sind aber leider noch nicht möglich.

 

Viele, viele Fragen von Fans und Beobachtern sind bei uns in den letzten Wochen eingegangen, alle mit demselben Tenor: „Wie geht es Claudia Wasser?“. Du hast dir als Ziel gesetzt, im Frühjahr wieder auf dem Platz zu stehen. Wie sehen deine Pläne und Nahziele für die Frühjahrssaison 2018 aus?

Natürlich ist es mein großer Wunsch und auch mein Ziel im Frühjahr noch am Platz zu stehen, jedoch kann ich den Heilungsprozess nur bedingt beeinflussen. Laut Ärzten besteht aber die Möglichkeit vor der Sommerpause noch das ein oder andere Spiel bestreiten zu können. Verschiedene Trainingseinheiten mit der Mannschaft werden aber auf jeden Fall schon früher möglich sein, was für mich von großer Bedeutung ist. Mein größtes und zugleich wichtigstes Ziel ist aber mit Sicherheit die vollständige Genesung zu erreichen und danach wieder an meine spielerischen Fähigkeiten anknüpfen zu können und mein Bestmögliches abzurufen.