Die Tür zum Viertelfinale weit aufgestoßen

Nach zahlreichen Rückschlägen in Form von Kreuzbandrissen biss sich Lisa Makas durch und schaffte am Samstag mit dem 1:0 gegen Frankreich den wohl wichtigsten Treffer ihrer noch jungen Karriere. Am Ende rettete die ÖFB-Auswahl einen Punkt über den Zielstrich und hat nun eine gute Chance auf den Aufstieg ins Viertelfinale. Im Schatten der EURO beendeten auch die Wölfinnen ihr zweites Vorbereitungsspiel mit einem Erfolgserlebnis.


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Ex-Wölfin Lisa-Marie Makas sorgte für den Führungstreffer der Österreicherinnen und war ein wichtiger Puzzlestein zur achtbaren Punkteteilung gegen Frankreich (Bild: muelisport)

Beim ÖFB wollte man nach dem Auftaktsieg über die Schweiz den Schwung mitnehmen und auch gegen die Nummer 3 der Welt überraschen. Die Französinnen sind Mitfavorit auf den Turniersieg und gewannen ihrerseits gegen Island nur knapp mit 1:0. Das Topspiel begann mit Chancen auf beiden Seiten, nach 27 Minuten jubelten, zur Überraschung für viele, Rot-Weiß-Rot. Ein weiter Einwurf sprang vor die Füße der Weissenbacherin, die sich ein Herz fasste und aus 15 Metern abdrückte. Makas brach damit eine stolze Serie Frankreichs, die während der gesamten Qualifikation und auch beim Turnier selbst, ohne Gegentreffer blieben. Weitere gute Möglichkeiten in Hälfte eins hatten noch Marie-Laure Delie und Laura Feiersinger, beide scheiterten jedoch an der gegnerischen Schlussfrau.

 

Mit Kampf und Glück Punkt ins Ziel gerettet

Frankreich übernahm nach Seitenwechsel zusehends die Kontrolle im Spiel und beschäftigte die Hintermannschaft des ÖFB sowie Manuela Zinsberger. Per Kopf war nach 50 Minuten Amandine Henry zur Stelle und konnte ausgleichen, wenig später lenkte Zinsberger einen Schuss der Französin über die Latte. In der Schlussphase hatten die ÖFB-Kickerinnen Glück, als Frankreich den Ball in mehreren Chancen nicht im gegnerischen Kasten unterbrachte. Zusätzlich musste auch Kapitänin Viktoria Schnaderbeck verletzt raus, sie zog sich in einem Zweikampf um das Spielgerät bei einem Zusammenstoß eine blutende Wunde am Knöchel zu. Sämtliche Einwechslungen im Duell mit Frankreich betrafen SKN-Spielerinnen: Nach etwas mehr als einer Stunde wurde Torschützin Makas durch Nadine Prohaska ersetzt, anschließend kamen in der Schlussviertelstunde Pinther für Burger und Jasmin Eder für Ex-Wölfin Nicole Billa.

 

"Ich muss meiner Mannschaft aber ein Riesenkompliment machen. Jetzt können wir mit einem Punktgewinn gegen die Isländerinnen den Aufstieg fixieren, darauf liegt nun der Fokus", zeigte sich Teamchef Thalhammer erfreut. Nicole Billa wurde von der UEFA zur Spielerin des Spiels gewählt. Mittwoch darf man sich, im Falle einer Schweizer Niederlage gegen Frankreich, sogar eine Niederlage zum Aufstieg erlauben, dennoch möchte man auch gegen Island wieder stark auftreten und die Entscheidung nicht in fremde Hände legen. Das Spiel in Rotterdam beginnt um 20.45 Uhr und wird, dank freundlicher Mithilfe von Red Bull Salzburg, live bei ORF eins übertragen.

 

Frankreich – Österreich 1:1 (0:1)

Aufstellung Österreich: Zinsberger, Schiechtl, Wenninger, Kirchberger, Aschauer, Schnaderbeck, Puntigam, Feiersinger, Billa (85. Eder), Makas (68. Prohaska), Burger (75. Pinther)

 

Tore: Henry (51.); Makas (27.)

 

 

Erfolgreicher SKN-Test gegen Ungarns Meister

Wenige Stunden vor dem EM-Duell absolvierten alle nichtnominierten Wölfinnen ihr zweites Testspiel der Sommervorbereitung 2017. Vor allem in Hälfte eins sah MTK Hungaria in Györ lange Zeit kein Land gegen die Double-Siegerinnen der abelaufenen Saison. Mateja Zver verwertete einen hohen Ball auf die Slowenin perfekt und schob den Ball an der Torfrau sicher zum 1:0 in die Maschen. Beim SKN ließ man den Ball schön laufen und hatte das Spiel unter Kontrolle, die Ungarinnen drangen nach einer halben Stunde erstmals in den gegnerischen Strafraum vor und fanden nach der hitzebedingten Trinkpause immer besser in die Partie. Am Halbzeitstand änderte sich allerdings nichts mehr.

Nach der Pause wechselte Spielertrainerin Fanni Vago kräftig durch, in den zweiten 45 Minuten hütete Neuzugang El Dahaibiova den Kasten und hatte etwas mehr zu tun als ihre Teamkollegin in der ersten Hälfte. Noch vor der Schlussviertelstunde machte Bernadett Zagor alles klar und stellte auf 2:0. Danach passierte nichts mehr, die Wölfinnen bogen, nach dem gemeinsamen Duell im Winter, auch in der Sommervorbereitung sicher. Kommenden Samstag geht es ab 17 Uhr mit einem Duell gegen Slavia Prag in Statzendorf weiter.

 

MTK Budapest - SKN St.Pölten 0:2 (0:1)

Aufstellung: Jasmin Boisits (46.Min. Lucia El Dahaibiova), Julia Tabotta (30.Min. Sandrine Sobotka), Gina Babicky, Alexandra Biroova (46.Min. Birgit Muck), Laura Wienroither, Laura Krumböck, Sarah Wronski (70.Min. Anna Rea), Claudia Wasser, Bernadett Zagor (46.Min. Julia Tabotta), Fanni Vágó (67.Min. Mateja Zver), Mateja Zver (60.Min. Bernadett Zagor)

 

Tore: Mateja Zver (7.), Bernadett Zagor (70.)