„Möchte attraktiven Fußball von meinem Team sehen“

Gegen Ende der Herbstsaison trennten sich die Wege von Christoph Muezell und den Profis des SKN, der Oberösterreicher blieb jedoch nicht allzu lange ohne Beschäftigung und fand bei den Wölfinnen ein neues Betätigungsfeld. Der ehemalige Chile-Legionär sammelte als Assistent von Karl Daxbacher reichlich Erfahrung und möchte diese nun den SKN Frauen weitervermitteln. Vor allem die Fortschritte bei den Jungwölfinnen beeindrucken den 47-jährigen, der seit Anfang Januar das Betreuerteam des SKN verstärkt.


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Christoph Muezell spielte sieben Jahre in Chile und war lange Zeit in der OÖ-Liga aktiv. Als Trainer feierte er, als Co. von Karl Daxbacher zwei Meistertitel und möchte künftig die Wölfinnen des SKN zum Erfolg führen.
 

Christoph, wie kam der Kontakt mit den Wölfinnen zustande?

Das hat Christoph Reisinger in die Wege geleitet, der für den SKN als Athletiktrainer im Einsatz ist. Er ist an mich herangetreten und hat gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, einen Trainerjob im Frauenbereich anzunehmen und mein Wissen an diese weiterzugeben.

 

Im Herbst warst du bereits bei einigen Trainings der Wölfinnen zu Gast, wie waren deine ersten Eindrücke damals?

Für mich war der erste Eindruck überraschend gut! Die Mädels sind für ihr junges Alter allesamt technisch gut ausgebildet. Sicherlich gibt es zum Fußball den die Männer spielen einige Unterschiede, aber rein von der Technik sind die Spielerinnen sehr stark.

 

Die Mannschaft hat dich sehr gut aufgenommen und auch die Harmonie mit dem Trainerteam sowie der Sportlichen Leiterin scheint zu stimmen.

Das ist richtig, vor allem mit Li tausche ich mich täglich aus. Wir sind auf einer Wellenlänge und verfolgen beide dieselbe Philosophie. Ich denke, dass uns das auch langfristig weiterbringt.

 

Du hast als Spieler eine bunte Vergangenheit mit diversen Stationen im In- und Ausland. Welche sind die schönsten Erinnerungen deiner Laufbahn als Aktiver?

Am schönsten waren natürlich die Meistertitel mit Blau Weiß Linz und jene in Chile. Während einer ganzen Karriere gibt es so viele Momente, an die man sich gerne zurückerinnert, aber die Meisterschaften bleiben ganz besonders haften.

 

In deiner Spielerlaufbahn war die Defensivarbeit dein Metier, welchen Fußball möchtest du als Trainer von der Mannscfhaft sehen? Eher weniger Tore zu bekommen, oder ist dir wichtiger, dass vorne viele welche geschossen werden?

Ich bin keiner, der immer nur knapp mit 1:0 gewinnen möchte, mein Ziel ist es aus einer gesicherten Defensive heraus und mit wenigen Kontakten nach vorne zu spielen.

 

Nach der Karriere warst du lange Zeit als Assistent von Karl Daxbacher tätig, was konntest du dir vom Trainer-Sir mitnehmen für deine weitere Laufbahn als Coach?

Die Tätigkeit unter Karl Daxbacher war eine wichtige und lehrreiche Erfahrung, vor allem, da der Statzendorfer einer der Top-Trainer in Österreich ist. Nur wenige können derartige Erfolge vorweisen, wie es Karl Daxbacher kann. Auch menschlich ist Karl eine tolle Person und wird nicht umsonst Sir genannt. Auch nach dem Aus bei den SKN Herren sind wir immernoch gut befreundet.

 

Bestand vor der Station bei den SKN Frauen ein genereller Kontakt zum Frauenfußball?

Eher weniger, mein erstes richtiges Live-Spiel war das Champions League-Spiel gegen Bröndby in der NV Arena. Auch wenn wir die Partie verloren haben, war es eine tolle Atmosphäre und interessant anzusehen.

 

Seit Jänner 2017 bist du nun offiziell als Coach bei den SKN Frauen tätig. Wie fällt das erste Zwischenfazit nach 9 Wochen aus?

Wenn ich die ersten Wochen Revue passieren lasse, dann bin ich wirklich sehr zufrieden. Die Spielerinnen ziehen alle mit und setzen die Vorgaben mustergültig um. Bereits ab der ersten Begegnung waren kontinuierlich Fortschritte zu sehen, was mich auch sehr stolz macht. Unsere bisherigen Gegnerinnen allesamt starke Konkurrenten, man hat trotzdem gesehen, dass wir trotz der kurzen Zeit in Punkto Taktik, Spielverhalten und Spielstruktur schon sehr weit sind.

 

Beim SKN II ist man in der Vergangenheit sehr verwöhnt worden mit großartigen Erfolgen, du übernimmst ddas Team als Tabellenführer. Wie sind die Ziele für das Frühjahr gesteckt?

Der Platz an der Sonne liest sich zwar gut, im Vordergrund steht jedoch die Weiterentwicklung der Spielerinnen. Wenn jede einzelne für sich annimmt was wir gemeinsam umsetzen wollen und sich weiterentwickelt stellt sich der Erfolg automatisch ein. Ein Meistertitel wäre zwar eine schöne Sache, wir möchten jedoch die Spielerinnen fördern und ihre persönliche Weiterentwicklung vorantreiben. Wir haben einen bunten Mix aus jungen und erfahrenen Akteurinnen, wenn alle an einem Strang ziehen, dann sind wir auf einem guten Weg für die Zukunft.